Endlich – Anzeichen für eine ökonomische Wiederentdeckung Brasiliens

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Man könnte fast sagen „Endlich wiederentdeckt“ – so scheint es, wenn man den Artikel des Tagesspiegels letzter Woche liest (Tagesspiegel, 22.04.2019). Klar ist jedoch, wenn überhaupt ein Neuanfang in den Wirtschaftsbeziehungen stattfindet, wird es sicherlich nicht einfach (Deutsche Welle, 28.04.2019). Dies wird auch am Reiseverlauf von Aussenminister Maas mit Beginn in Salvador de Bahia deutlich. Spannend für uns Brasilien-Affine ist die Frage, wie weit dieses neue Interesse gehen wird und welche Kompromisse notwendig sein werden.

Deutschland befindet sich aktuell in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Umbruchphase, die zentrale Industrien (z.B. Automotive, Chemie, Pharma, etc.) und damit den Kern Europas betrifft. Leider hat man Eindruck, dass dies in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit noch nicht angekommen ist – obwohl hundertausende, ja Millionen Arbeitsplätze von diesen Veränderungen betroffen sein werden. Man kann den Eindruck gewinnen, dass Populismus offensichtlich als ökonomische Waffe eingesetzt wird. Neue Umwelt-Trends die sich in der jüngeren Zeit auch in der Rechtssprechung und in Trends beim Wählerverhalten manifestieren, erfordern daher ein schnelles Handeln. Eine ökonomisches Turnaround ähnlich wie der Energiewende erscheint durchaus plausibel.

Gerade hier bietet Brasilien in Bezug auf ökologische Ansätze durchaus interessantes Potenzial. Seit Jahrzehnten wird dort der Bio-Treibstoff ETHANOL benutzt, der – nachwachsend aus Zuckerrohr hergestellt – eine optimale CO2-Bilanz aufweist. Alle Benzinmotoren dort können alle Mischverhältnisse verbrennen. Dennoch wird zudem das Thema Hybrid-Technologie interessiert verfolgt. Toyota wird den PRIUS-Hybrid sogar in Brasilien bauen (vgl. VALOR, 17.04.2019).

Eines ist aber sicher: Bei einer weitergehenden Entwaldung der brasilianischen Regenwälder werden alle ökologischen Anstrengungen und Verbesserungen Europas verpuffen. Sicherlich auch ein Grund, weshalb Brasilien aktuell im Fokus steht. Herr Maas wird ausser deutschen Themen, auch die aktuelle Verantwortung als Vorsitzender des UN-Sicherheitsrates wahrnehmen. Hier gibt es eine klare Äusserung von ihm, sinngemäß in etwa lautend – Europa (und Deutschland) darf sich im Welthandel nicht länger auf die USA und China verlassen (vgl. Tagesspiegel, 28.04.2019). Eine interessante Perspektive !

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