Deutsche Einhörner entdecken Brasilien

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Vielversprechende Neuigkeiten für 2022 zu Brasilien – neue deutsche Einhörner wollen den brasilianischen Markt erobern.

Es freut, dass junge deutsche Unternehmer Brasilien wiederentdecken. Kreativität und Unternehmergeist passen sehr gut zu Land und Leuten. 

Bei aller Freude ist die Situation bei den genannten Beispielen dennoch anders als in technologieorientierten Bereichen, wie z.B. Internet 4.0. Folgendes sollte bedacht werden:

Der brasilianische Bankensektor ist sehr gut aufgestellt und bestens etabliert – und er ist stark reguliert! Internetservices funktionieren mit Verlaub bedeutend besser als in Deutschland, neue innovative Bezahlformen finden in der breiten Öffentlichkeit sofort Zuspruch – bestes Beispiel ist #PIX. Alle üblichen Transaktionen, vom Supermarkt bis zum Strandquiosque werden per PIX bezahlt. Das alles klappt anstandslos auch per Verkehrsbank, z.B. #Itaú oder #santanderbrasil.

Es gibt im Land bereits mehrere bestens etablierte FinTech-Banken, z.B. die #bancointer und insbesondere die #nubank . Letztere inzwischen bekannt durch einen spektakulären Börsengang in New York. Beide Banken sind nahezu kostenfrei und bieten alle Services die nützlich sind. Insofern muss die Frage erlaubt sein, was europäische FinTechs wie die #n26 hier noch für einen Mehrwert bieten können um den Markt in der notwendigen Breite zu erschliessen? Zugang nach Europa, also Ersatz für WISE oder PAYPAL? Aktienhandel für den Durchschnittskunden? Werden Sie die notwendige Freigabe bekommen?

Dasselbe gilt im Grunde auch für den Flixbus. Brasilien ist für mittlere Distanzen traditionell ein Bus-Land. Die längste Strecke hat ca. 6450 km. Der Markt ist also da. Es gibt keine Züge, keine Bundesbahn – von wenigen Vorortstrecken und wenigen innerstädtischen Metros oder auch VLTs abgesehen. Es fahren zwischen den Städten auf nahezu allen Strecken (die sich lohnen) mehrere Busse am Tag. Jeder der auf der Strasse unterwegs ist weiss, dass ein Überlandbus praktisch nicht zu überholen ist. Nicht ob der Verkehrssituation, nein, sondern durch seine Fahrtgeschwindigkeit an sich – invincible! In den urbanen Gebieten gibt es dann grosse Konsortien, die sich die notwendigen/regulierten Konzessionen teilen und den gesamten Nahverkehr im Quasi-Monopol bedienen – in Rio de Janeiro sind z.B. auch die Fähren in der Guanabara-Bucht Teil des Monopols – im übrigen ein nicht wegzudenkendes Verkehrsmittel für Pendler. Dies ist nicht immer zum Vorteil des Reisenden, aber die Macht dieser Monopolisten ist durch das vielfältige Netzwerk das sie haben kaum zu brechen. Insofern darf man auch hier gespannt sein, welches Geschäftsmodell sich FLIXBUS zurechtlegt.

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