Zweitgrößte Solarpark der Welt soll in Sergipe entstehen

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Laut der Website Portal Solar soll in Canindé de São Francisco, im Bundesstaat Sergipe, der weltweit zweitgrößte Solarpark gebaut werden. Das Projekt ist eine Initiative des Konsortiums aus Unternehmen und Investoren ENESF – Energias do São Francisco und soll eine installierte Kapazität von 1.200 Megawatt haben. Die Gesamtinvestitionen dafür werden auf ca. 5 Milliarden R$ geschätzt.

Zur Zeit werden erste Schritte zu dem Bauvorhaben unternommen, wie die Installation einer Solarmessstation, eine erste Umweltlizenz und die Verpachtung einer Fläche von 2.400 Hektar, die bereits erfolgt ist.

Felipe Koefender, Leiter Business Development der ENESF, sieht die nächste öffentliche Auktion im Oktober als entscheidend, um die Realisierung des Projekts zu ermöglichen.

Den Artikel dazu sehen Sie hier: https://www.nenoticias.com.br/sergipe-abrigara-segundo-maior-parque-de-energia-solar-do-mundo/

Aspekte zum Öffentlichen Nahverkehr und schnellen Bahnverbindungen

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Ob der aktuellen Diskussion um den Klimawandel, werden Chancen und Risiken von Hochgeschwindigkeitszügen als Ersatz für Kurzstreckenflüge intensiv diskutiert. Neben dem TGV, ICE und anderen europäischen Lösungen, gibt es ja bekanntermaßen das japanische Vorbild, den schnellen SHINKANSEN mit über 600 km/h. Selbst in Brasilien gibt es seit Jahren das Projekt „Trem Bala“ zwischen Rio de Janeiro und Sao Paulo – jedoch, wie fast üblich – ohne in die Realisierungsphase einzutreten.

Innovative Bahnkonzepte sind der deutsche Magnetzug TRANSRAPID ( 431 km/h schnell, inzwischen incl. der Patente an China verkauft und dort zumindest auf kurzen Strecken aktiv im Einsatz, hier ein TRANSRAPID Erfahrungsbericht) und das neue Projekt HYPERLOOP (1200 km/h schnell, basierend auf einer geschlossenen Vakuumröhre, von Elon Musk – wie könnte es anders sein), inzwischen in der Phase einzelner Prototypen. Wieder gibt es Visionen zu ultraschnellen Verbindungen in ganz Europa (HYPERLOOP Vision). Aktuell werden erste Teststrecken am Hamburger Hafen und in den Niederlanden geplant – für den Güterverkehr.

Im ÖNV gibt es in Brasilien dennoch hoffnungsvolle Neuerungen. Seit den Olympischen Spielen 2016 funktioniert (noch immer!) der VLT und das bei zunehmender Beliebtheit unter der Bevölkerung (VLT Beispiel in Rio). Bei genauerem hinsehen erkennt man die Besonderheiten dieser chicken Bahn von ALSTOM: Es gibt keine Oberleitungen, die ganze Infrastruktur befindet sich geschützt in der Schiene. Wenn das keine Innovation ist !? Leider ist das System ziemlich defizitär. Wartung ist nicht jedermanns Sache…

In 9 weiteren Städten Brasiliens gibt es erstaunlicherweise bereits weitere ÖNV-Bahnsysteme (Zusammenfassung), die aber überwiegend auf Basis von Diesel-Antrieben betrieben werden. Moderne ÖNV-Projekte, wie z.B. in Goiana/Goías (VLT Goiana) wurden 2018 leider zugunsten der etablierten Bus-Systeme fallen gelassen.

Manchmal reibt man sich ob der Zögerlichkeit da schon verwundert die Augen. Weniger in Brasilien – man ist hier schon mit wenig zufrieden – aber um so mehr in Europa und Deutschland. Ob der bekannten Probleme bei der Deutschen Bahn neigt man zu einem deutlichen „… wenn nicht jetzt, wann dann?“ Interessant in diesem Zusammenhang ist ein nahezu historisches Statement von Angela Merkel aus dem Jahr 2008.

Endlich – Anzeichen für eine ökonomische Wiederentdeckung Brasiliens

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Man könnte fast sagen „Endlich wiederentdeckt“ – so scheint es, wenn man den Artikel des Tagesspiegels letzter Woche liest (Tagesspiegel, 22.04.2019). Klar ist jedoch, wenn überhaupt ein Neuanfang in den Wirtschaftsbeziehungen stattfindet, wird es sicherlich nicht einfach (Deutsche Welle, 28.04.2019). Dies wird auch am Reiseverlauf von Aussenminister Maas mit Beginn in Salvador de Bahia deutlich. Spannend für uns Brasilien-Affine ist die Frage, wie weit dieses neue Interesse gehen wird und welche Kompromisse notwendig sein werden.

Deutschland befindet sich aktuell in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Umbruchphase, die zentrale Industrien (z.B. Automotive, Chemie, Pharma, etc.) und damit den Kern Europas betrifft. Leider hat man Eindruck, dass dies in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit noch nicht angekommen ist – obwohl hundertausende, ja Millionen Arbeitsplätze von diesen Veränderungen betroffen sein werden. Man kann den Eindruck gewinnen, dass Populismus offensichtlich als ökonomische Waffe eingesetzt wird. Neue Umwelt-Trends die sich in der jüngeren Zeit auch in der Rechtssprechung und in Trends beim Wählerverhalten manifestieren, erfordern daher ein schnelles Handeln. Eine ökonomisches Turnaround ähnlich wie der Energiewende erscheint durchaus plausibel.

Gerade hier bietet Brasilien in Bezug auf ökologische Ansätze durchaus interessantes Potenzial. Seit Jahrzehnten wird dort der Bio-Treibstoff ETHANOL benutzt, der – nachwachsend aus Zuckerrohr hergestellt – eine optimale CO2-Bilanz aufweist. Alle Benzinmotoren dort können alle Mischverhältnisse verbrennen. Dennoch wird zudem das Thema Hybrid-Technologie interessiert verfolgt. Toyota wird den PRIUS-Hybrid sogar in Brasilien bauen (vgl. VALOR, 17.04.2019).

Eines ist aber sicher: Bei einer weitergehenden Entwaldung der brasilianischen Regenwälder werden alle ökologischen Anstrengungen und Verbesserungen Europas verpuffen. Sicherlich auch ein Grund, weshalb Brasilien aktuell im Fokus steht. Herr Maas wird ausser deutschen Themen, auch die aktuelle Verantwortung als Vorsitzender des UN-Sicherheitsrates wahrnehmen. Hier gibt es eine klare Äusserung von ihm, sinngemäß in etwa lautend – Europa (und Deutschland) darf sich im Welthandel nicht länger auf die USA und China verlassen (vgl. Tagesspiegel, 28.04.2019). Eine interessante Perspektive !

5. Runde der Flughafenkonzessionen versteigert

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Am gestrigen Freitag wurde die fünfte Runde der brasilianischen Flughäfen auch unter Beteiligung europäischer Flughafenbetreiber versteigert. Die Flughäfen enstprechen ca. 9,5% des Marktes und ca. 20 Mio Flugpassagieren (gem. der brasilianischen ANAC – Agência Nacional de Aviação Civil ). Die Konzessionen werden für 30 Jahre vergeben. Beteiligt waren u.a. die deutsche FRAPORT, die franz. ADP E VINCI, die schweizerische ZURICH und die spanische AENA. Einige der brasil. Flughäfen werden bereits von diesen Gesellschaften kommerziell betrieben, z.B. Salvador (BA) durch die frz. ADP bzw. Porto Alegre (RS) und Fortaleza(CE) durch FRAPORT.

Die deutliche Präsenz ausländischer Betreibergesellschaften war nicht überraschend, hatten diese doch bereits die vorhergehende Versteigerung dominiert (vgl. Post unten). Erstaunt hat der Unterschied in den Geboten – die FRAPORT blieb mit grossem Abstand auf das höchste Gebot dieses Mal ohne neue Konzession.

Anbei eine tabellarische Zusammenfassung:

RegionFlughafenBetreiberAuktion
Mio BRL
Min.
Mio BRL
NEJuazeiro do Norte (CE),
Campina Grande (PB),
João Pessoa (PB),
Recife (PE),
Maceió (AL),
Aracajú (SE)
AENA (ESP)1.900171
MWCuiabá (MT),
Sinop(MT),
Rondonópoli(MT) ,
Alta Floresta(MT)
Concorcio
Aeroeste (BRA)
408
SEVitória (ES),
Macaé (RJ)
Zürich (CH)43747

Die wohl interessanteste Region in Nord-Brasilien hat sich die spanische AENA gesichert, u.a mit den Flughäfen Recife, Joao Pessoa und Maceió. An diesem Block hatte auch die FRAPORT mitgeboten. Für den Nordosten Brasiliens wird das Tourismuspotenzial besonders hoch eingeschätzt. Dazu eine Randnotiz: Der relativ kleine Bundesstaat Paraiba mit seiner Hauptstadt João Pessoa wird wohl Ende des Monats eine direkte Anbindung an Europa bekommen – über Lissabon mit der portugiesischen Fluggesellschaft TAP.

Für die brasilianische Regierung war die Auktion ein voller Erfolg: stolze 986 % über dem Mindestgebot mit insgesamt 2,30 Mrd. BRL, bei aktuellen Kurs ca. 500 Mio. EUR.

Eine schöne Zusammenfassung zeigt dieses Video (auf portug.)

Die nächste Runde ist ebenfalls bereits in Planung für das Jahr 2020. Dabei werden in weiteren drei Blöcken wieder Flughafenkonzessionen versteigert. Geplant sind dann:

  • Block Nordosten: Manaus, Porto Velho, Rio Branco, Boa Vista, Cruzeiro do Sul, Tabatinga und Tefé
  • Block Süden: Curitiba, Bacacheri, Foz do Iguaçu, Navegantes, Londrina, Joinville, Pelotas, Uruguaiana und Bagé
  • Block Mitte: Goiânia, São Luis, Teresina, Palmas, Petrolina und Imperatriz

Lebensmittelindustrie in Brasilien – ein Sketch


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Aus aktuellem Anlass der dreijährigen Weltleitmesse ANUGA FOODTECH in Köln (Lebensmitteltechnologien) ein kleiner Beitrag zur Bedeutung der Industrie in Brasilien.

Wenig erstaunt die Zunahme des Anteils der Lebensmittelindustrie (Agrarsektor) am BIP Brasiliens in 2016 – Effekt eines weiterhin schwachen Industriesektors. Die Zunahme auf immerhin mehr als 10% ist sicher auch als Effekt verstärkter Anstrengungen in diesem Sektor zu sehen.

Vorschlag zur Steuerreform sieht Abschaffung von zehn Steuern vor


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Geplante Steuerreform in Brasilien sieht die Einführung eines mit Europa vergleichbaren Mehrwertsteuersystems vor.

Sollte der Vorschlag zur Steuerreform, der aktuell im Abgeordnetenkammer zur Diskussion steht, angenommen werden, könnte dies die Abschaffung von zehn Steuern bedeuten. In einem Bericht der Zeitung Valor Econômico vom 22.08.17 gab der für das Projekt zuständige Abgeordnete Luiz Carlos Hauly (PSDB) an, man plane die Einführung einer landesweiten Mehrwertsteuer (IVA) nach europäischem Modell, die neun der heutig geltenden Steuern ersetzen soll. Auch der aktuell von Unternehmen erhobene CSLL (Sozialbeitrag auf dem Jahresüberschuss) soll abgeschafft und durch die Einkommensteuer ersetzt werden.

Hauly erklärte, mit der neuen Mehrwertsteuer wolle man 96 Sektoren der Wirtschaft erfassen. An der Stelle der heutigen ICMS, ISS, IPI, Cofins, Cide, der „Salário-Educação“ (einer Art Bildungssteuer), IOF, PIS und Pasep soll nun eine nationale Mehrwertsteuer gelten, deren Höhe je nach Wirtschaftssektor unterschiedlich sein soll. Außerdem soll eine Verbrauchssteuer auf Strom, Kraftstoff, Telekommunikation, Zigaretten, Getränke, Kraftfahrzeug, Reifen und Autoteile erhoben werden.

Eine Beschreibung des Vorhabens wurde am 22. August dem zuständigen Sonderausschuss zur Besprechung der Steuerreform vorgelegt. Der Vorschlag wird nun öffentlich geprüft und Hauly plant noch im September sein Gutachten vorzulegen.

Die notwendigen Änderungen sollen durch 11 Gesetzentwürfe und einen Vorschlag zur Verfassungsänderung (ein so genannter PEC) erreicht und, nach dem Wunsch des Abgeordneten, noch in diesem Jahr abgestimmt werden.

Hauly erklärte außerdem, mit der Mehrwertsteuer wolle man die Besteuerung von Lebensmitteln und Medikamenten drastisch reduzieren. „Weltweit liegt die durchschnittliche Steuer auf Lebensmittel bei 7%. Bei uns sind es 34%. Bei Medikamenten liegt der weltweite Durchschnitt sogar nahe Null, während wir 33% haben“, sagte der Abgeordnete. Seiner Meinung nach, könnte das neue Modell nicht nur Kosten reduzieren, durch weniger Verwaltungsaufwand, sondern auch zur Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Unternehmen beitragen und das Rennen um Steuerbegünstigungen zwischen den Bundesstaaten, aufgrund unterschiedlicher ICMS-Anteilen, beenden.

Dennoch: Es ist ungewiß ob der Vorschlag tatsächlich ungesetzt wird.

Ein Vorschlag zur Reduzierung des ICMS zwischen den Bundesstaaten war bereits 2012 von Finanzministerium der früheren Regierung präsentiert worden. Ziel war allerdings nicht die Abschaffung des ICMS, sondern eine Vereinheitlichung dieser Besteuerung auf Produkte für Endkunden bei Lieferung zwischen den Bundesstaaten. Der Vorschlag sah damals eine Reduzierung auf 4% bis 2021, wie die folgende Darstellung des damaligen Finanzministeriums zeigt.

Abb: Ehemaliger Vorschlag zur Steuerkonsolidierung aus dem Jahr 2012. Der aktuelle Vorschlag zu einer Steuerreform ist wesentlich radikaler und auch zielführender im Hinblick auf eine Steuervereinheitlichung nach internationalen Maßstäben.

Seit 2015 gilt die Tabelle zur Erhebung des Differenzbetrags der ICMS.

Es bleibt abzuwarten, wie der jetzige Vorschlag in Zeiten von politischen Spannungen im Kongress aufgenommen wird.

Neue Investitionen – Konzessionen von vier Grossflughäfen an europäische Betreiber


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Der deutsche Flughafenbetreiber FRAPORT hat die Konzessionen von zwei der vier zur Privatisierung ausgeschriebenen Flughäfen erstanden. Es handelt sich um die beiden bedeutenden Airports von FORTALEZA (RN) und  PORTO ALEGRE (RS). Die beiden anderen Airports in Salvador (BA) und Florianópolis (SC) gingen an die frz. Vinici Airports und die schweizerische Zürich.

Der Wert der FRAPORT-Konzessionen beläuft sich auf 435,5 Mio. R$ für Fortaleza und 290,5 Mio. R$ für Porto Alegre. Insgesamt nennt der Artikel  zu erwartende Gesamtinvestitionen von ca. 6,6 Mrd. R$ in den Betrieb und Modernisierung der vier Flughäfen – eine gute Chance für bereits am Markt etablierte Supplier (ggf. von FRAPORT).

Hier der Originalbeitrag der DW.

Eine Übersicht der grössten Flughäfen in Brasilien zeigt die Bedeutung des Deals.

Quelle: 2017 – Eigene Darstellung nach eigener Recherche auf Basis des o.g. Artikels und Daten aus dem Jahr 2016.

Diese Privatisierungswelle ist nicht die erste. Konzessionen für einige der  oben genannten Airports wurden bereits im Jahr 2012  und 2013 vergeben.
In 2012 für die Flughäfen Guarulhos, Brasília und Viracopos und in 2013 für Rios de Janeiros Galeao und Belo Horizontes Confins.

 

Crysis, what crysis ?!


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Aktuell wird von manchem das Ende der brasilianischen Wirtschaftskrise ausgerufen und wie zu erwarten kontrovers diskutiert. Die eine Seite macht die Krise am Verbraucherverhalten fest, mit reduzierten Konsum und fehlenden Privatinvestitionen, z.B. Neuzulassungen von PKW –  die andere Seite orierentiert sich am Verhalten von Investoren und an entsprechenden Indikatoren. Beide Perspektiven sind im Grunde richtig und eben zwei Seiten einer Medaille – nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Zyklus.

Nimmt man den Geschäftsklimaindex in unterschiedlichen Branchen und vergleicht ihn mit der Entwicklung des BOVESPA-Aktienindex zeigt sich Erstaunliches:

Quelle: Basisdaten aus ICEI (2017), onvista.de (2017), eigene Darstellung

Beide Verläufe korrelieren überraschend gut: Der BOVESPA hat im Zeitraum 2016 (37.837 pts) zum Beginn 2017 (67.751 pts) eine ca. 179%-ige Steigerung erfahren. Ähnliches zeigt sich auch – selbstverständlich branchenabhängig – im Geschäftsklimaindex, der inzwischen wieder oberhalb des durchschnittlichen Wertes von 54,1 liegt.

Insofern haben die Investoren die in zwei Jahren erwartete, positive Entwicklung schon vorweggenommen – oder – sollte man sagen eingeleitet? Vor allem ob der aktuell weiter unsicheren politischen Lage, ist mit einem abschliessenden Urteil über ein tatsächliches Ende der Krise – trotz der genannten positiven Signale – sicher noch abzuwarten.